29.10.20 – Ahmed I. sagt aus! Aufruf zur Solidarität

29.10.20 – Ahmed I. sagt aus! Aufruf zur Solidarität

Seit Juni 2020 läuft in Frankfurt am Main der Gerichtsprozess, der den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den rassistischen Mordversuch an Ahmed I. 2016 verhandelt. 2 Männer sind als Täter bzw. Mithelfer angeklagt. Während der Fall Walter Lübcke viel Aufmerksamkeit bekommt, bleibt die Geschichte von Ahmed I. weitgehend unsichtbar.

Es wird Zeit, dass sich dies ändert!

Die Unsichtbarkeit von Ahmeds Fall im Gericht ist symptomatisch für alle Geschehnisse seit dem Mordversuch 2016, sie erinnert auch – in viel zu vielen Details – an die Taten des NSU. Ahmed hat von Anfang an klar artikuliert, dass der Angriff auf ihn rassistisch motiviert gewesen sein muss. Er wusste, dass es ein Nazi war!  Er lebte drei Jahre mit dem Wissen, dass der Täter wahrscheinlich noch in derselben Stadt lebt, wie er. Und ihm wurde – wie so Vielen – nicht geglaubt. Erst nachdem wieder ein Mensch dem rechten Terror zum Opfer fiel, dieses Mal ein weißer deutscher Politiker, kann auch Ahmed I auf Aufklärung hoffen.

Das ist nicht hinzunehmen. Viel zu viele Täter, die schwere rassistisch motivierte Straftaten begangen haben, laufen noch unbehelligt herum. Muss wieder erst jemand sterben, damit rassistische Gewalt ernst genommen wird? Als der griechische Rapper Pavlos Fyssas von Faschisten ermordet wurde, war in Athen ein Graffiti zu lesen „If you would have cared about immigrants, Pavlos would be alive!“. Heute muss es heißen „Wenn euch die Leben von B*POC interessiert hätten, wäre Walter noch am Leben.“

Ahmed hat was zu sagen und will seine Geschichte teilen, damit sich seine Geschichte nie mehr wiederholt!

Deswegen kommt mit ihm und uns am 29.10.2020 vor das OLG in Frankfurt am Main und sorgt dafür, dass es alle mitbekommen! In Solidarität mit Ahmed I. und mit allen Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt!

Treffpunkt um Ahmed vor dem Gericht zu Supporten: 09.00h vor dem OLG Frankfurt (Konrad-Adenauer-Straße 20)

Treffpunkt für die große Kundgebung; 12.30h vor der Generalbundesanwaltschaft (Zeil 42)

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