25.07.20 – Freiräume verteidigen und zurückerobern! Liebig34 bleibt! FLINT*-only-Demo

25.07.20 – Freiräume verteidigen und zurückerobern! Liebig34 bleibt! FLINT*-only-Demo

FLINT*(Frauen, Lesben, Trans*- und Inter*-Personen, Nicht-binäre Personen) ONLY-Demo am 25.07. um 20 Uhr, Am Uhrtürmchen bei Bornheim Mitte.

Kommt zahlreich und lasst uns die Straßen Frankfurts zurückerobern!

Liebig 34 bleibt! Rigaer 94 bleibt!

Wir haben am 8. März gemerkt wie gut und empowerend es ist, sich als FLINT*s (Frauen, Lesben, Trans*- und Inter*-Personen und Nicht-binäre Personen) zu vernetzen und gemeinsam auf die Straße zu gehen. Sich die Räume und Plätze wieder zu nehmen, die vor allem in der Nacht von Cis-Männern dominiert werden und diese wieder zu unseren zu machen!

Nehmen wir uns zurück, was uns systematisch entzogen wird!

Gerade jetzt wird uns die gesellschaftliche Verdrängung immer mehr bewusst. Die staatlichen Corona-Maßnahmen, die die bürgerliche Kleinfamilie und ein weißes, traditionelles Öffentlichkeitsbild stärken, lassen FLINT*s trotzdem mit der Pflege- und Care-Arbeit auf miserablen Arbeitsbedigungen und Bezahlung sitzen. Die kapitalistische Wirtschaft ist abhängig von der Care Arbeit, die wir tagtäglich schlecht bezahlt oder unbezahlt leisten und doch gibt es nicht mehr als ein Klatschen oder einen Blumenstrauß als “Danke”. Unsere Befreiung muss die Überwindung des Kapitalismus miteinschließen!

#Stayhome ist ein Privileg und ignoriert die Gefahr, die für FLINT* vom Rückzug in den privaten Raum ausgeht, weil sie dort nicht in ihrer Lebensrealität akzeptiert werden oder Gewalt droht. Diese Individualisierung von gesellschaftlichen Problematiken tritt nicht nur auf dem Arbeitsmarkt auf, sondern begegnet uns täglich in den Medien, der Gesetzschreibung und nicht zuletzt auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen oder Zuhause.

Wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Rechtruck, der schon vermeintlich gewonnene Kämpfe und Räume zurnichte machen will. Rassistische Polizeigewalt, ein antifeministischer Backlash der nach traditionellen Rollenbildern ruft und gerade queeren Personen ihre Identität abspricht, ist etwas, was in unserer Gesellschaft gerade beobachtet werden kann. Das wollen wir nicht hinnehmen und der (neuen) Rechten nicht das Feld überlassen! Wir werden unsere Räume verteidigen und neue erobern! Wir kämpfen weiter um gemeinsam eine Handlungfähigkeit zu entwickeln gegen die Zustände dieser Gesellschaft, denn wir haben keinen Bock mehr und streben weiterhin nach einem guten und schönen Leben für alle!

Als Frauen, Lesben, Trans*- und Inter*-Personen, als nicht-binäre Personen haben wir mehr als genug Gründe wütend und laut durch die Straßen zu ziehen, um uns die Räume zurückzuerobern, die durch die männliche Norm in der Öffentlichkeit geprägt sind und von denen wir dadurch ausgeschlossen sind.

Unsere Perspektiven auf den Zustand einer Gesellschaft in der Menschen, die aus der cis-männlichen Norm fallen, weil sie nicht einer geschlechtlichen Binarität entsprechen oder deswegen auf Rollen verwiesen werden, finden häufig nicht genug Raum. Tagtäglich führen wir eine auslaugende Auseinandersetzung mit einem Gesellschaftssystem das kapitalistisch, patriarchal und rassistisch ist und physisch und psychisch gewaltvoll unterdrückend sein kann. Doch sind wir gerade dadurch nicht alle gleich betroffen und sind nicht frei von den Systematiken diskriminierenden Verhaltens, deswegen sind wir Betroffene aber auch immer wieder Diskriminierende. Das müssern wir einzeln aber auch kollektiv reflektieren, um zusammen einen solidarischen, wertschätzenden Umgang miteinander zu finden.

Wir danken unseren Freund*innen in Kurdistan, welche sich militant gegen den türkischen Faschismus verteidigen müssen. Sie zeigen uns, dass eine feministische Revolution keine Utopie darstellt, sondern im gemeinschaftlichen Leben und der autonomen Organisierung zur Praxis werden kann. Unsere Gedanken sind auch bei den zapatistischen Frauen, welche gerade gezielt festgenommen und gefoltert werden, weil sie sich für den Erhalt der autonomen, basis-demokratischen Organisation in Mexiko einsetzen.

Wie verschieden die gelebten Realitäten und täglichen Kämpfe gegen patriarchale Strukturen auch sein mögen, sind diese als gemeinsamer Kampf zu verstehen, welcher auf der ganzen Welt geführt wird. Gerade Orte, an denen sich FLINT*s und Queers bereits autonom organisieren und ihren Lebensalltag auf den Kampf für eine befreite Gesellschaft ausrichten, werden systematisch angegriffen!

Deswegen müssen (queer-)feministische Kämpfe immer internationalistisch gedacht werden!

Auch die bevorstehende Räumung der Liebig34, ein anarcha-queerfeministisches Hausprojekt in Berlin, ist im Kontext patriarchaler Macht zu begreifen und ist ein Angriff auf alle (queer)-feministischen Strukturen und somit auch auf uns als widerständige FLINT*s. Hausprojekte wie die LIebig34 sind Safer Spaces, Räume die das Private politisieren und das schöne Leben erproben. Das können und wollen wir nicht akzeptieren und senden mit der Demo kämpferische Soligrüße an unsere widerständigen Genoss*innen nach Berlin! Auch an die Gefährt*innen in der Rigaer Straße, die sich gerade wieder regelmäßigen Angriffen von (Hilfs-)Bullen ausgesetzt sehen und ihre Räume verteidigen!

Mit der Demo wollen wir die Isolierung von FLINT*s aufbrechen und alle FLINT*s dazu einladen uns die Räume und die Straße gemeinsam zurückzuholen, die uns genommen wurden. Wir wollen uns gegen die cis-männliche Norm wehren, die uns sagt, dass es keinen Platz für uns gibt und wenn wir doch versuchen ihn uns zu nehmen uns durch Gewalt verdrängt. Sei dies mit widerlichen Sprüchen oder dummen Blicken. Vorallem in Alt-Sachsenhausen ist das leider immernoch der Regelfall. Diese Norm bedeutet für uns, dass wir immer wieder an diese Orten zurückkommen und unserer Wut über die Objektifizierung und Sexualisierung weiblich gelesener Personen, sowie das misgendern und ständige Erfragen des vermeintlich binär(zweigeschlechtlich?)gedachten Geschlechts queerer Personen Ausdruck verleihen werden! Wir waren schon immer da, wir waren schonmal hier und wir werden wiederkommen!

Die Unterdrückung von FLINT*s und Queers ist Bestandteil des Alltags von jede*r von uns, deshalb gehen wir nicht nur an einem bestimmten Datum auf die Straße um unsere Wut sichtbar zu machen!

Deswegen wollen wir uns mit einer Demo, nur für FLINT*, wütend und kämpferisch die Straßen von Frankfurt zurückholen. In Solidarität als FLINT*, für gegenseitiges Empowerment und gemeinsame Handlungsfähigkeit werden wir auf die Straße gehen. Wir sind wütend, wir sind laut, wir sind kämpferisch!

Deshalb bringt eure Freund*innen mit und lasst uns uns am 25.07. gemeinsam die Straßen zurückerobern!

Bitte bringt zu eurer Sicherheit Masken und Handschuhe mit und achtet auf dem Sicherheitsabstand von 1,5m.

Freund*innen, die eine Kinderbetreuung benötigen, können sich gerne unter dieser Mailadresse melden: kinderbetreuungffm2507 [at] riseup.net

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