Einige Antifaschistische Neujahrsvorsätze

Einige Antifaschistische Neujahrsvorsätze

Es ist Zeit zum Handeln – Der autoritären Formierung entgegen!
In Zeiten, in denen sich Faschos öffentlich in Parlamente wählen lassen, müssen wir als Antifaschist*innen aus der reagierenden Rolle ausbrechen. Wir wollen Euch alle dazu aufrufen, aktiv zu werden und euch der zunehmenden autoritären Formierung entgegenzustellen! Während (pro-)faschistische Positionen und Gruppierungen immer offener auftreten und immer mehr akzeptiert werden, werden wir als Antifaschist*innen immer mehr in die Defensive gedrückt. Höchste Eisenbahn auch in Frankfurt wieder in die Offensive zu gehen!

Vor über einem Jahr ist in Frankfurt der selbsternannte „NSU 2.0“ im ersten Revier aufgeflogen, eine staatliche Antwort darauf lässt immer noch auf sich warten. Beinahe täglich hören wir von rassistischen Vorfällen und weiteren neonazistischen Verbindungen innerhalb der hessischen „Sicherheits“- Behörden.
Der Mord an Walter Lübcke in Kassel wird als Einzeltat eines verwirrten Neonazis abgetan, und die CDU Wetzlar tritt öffentlich mit dem Nazi-Kader Tassilo Hantusch (NPD/ JN) auf. Eine Distanzierung seitens der CDU fand bis jetzt nicht statt.
In Halle schießt ein Fascho mehrfach auf eine Synagoge, scheitert bei dem Versuch sich Zugang zu verschaffen, und tötet danach zwei Menschen. In Seligenstadt treffen und vernetzen sich seit Monaten teilweise militante Neonazis (Aryans, NPD, AFD-Wutbürger uvm.) und die Bullen halten es nicht mal für nötig die für die Nazis erlassenen Auflagen durchzusetzen.
Währenddessen konnte sich der Brandstifter Joachim Scholz über Monate hinweg frei in Frankfurt bewegen und konnte ungestört weiter emanzipatorische Projekte angreifen, und das obwohl er mehrfach auf frischer Tat erwischt wurde.
Der NSU ermordete in einem Zeitraum von ca. acht Jahren in ganz Deutschland zehn Menschen. Die Verstrickungen des Verfassungsschutzes in den NSU sind bis heute nicht restlos aufgeklärt, eine Aufklärung wird aktiv durch den VS und politischen Unwillen verhindert. Jahrelange rassistisch motivierte Ermittlungen gegen das Umfeld der Opfer, sowie ein Mangel an antifaschistischer Solidarität, fanden erst ein Ende durch die Selbstenttarnung des NSU im Jahre 2011. In einem Land, das nicht in der Lage zu sein scheint die Netzwerke des NSU aufzudecken, und dies schlicht nicht will, wird versucht, dem VVN-BdA (Verein der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund deutscher Antifaschist*innen) die Gemeinnützigkeit zu entziehen, während Olaf Scholz, Mitglied der ehemaligen „Arbeiterpartei“ SPD, den Finanzminister stellt.
In Offenbach stellen sich Faschos öffentlich auf den Marktplatz und sammeln Gelder und Unterschriften für eine „Arier-Versicherung“; zeitgleich etabliert sich die faschistische AfD immer weiter als Akteurin „bürgerlicher“ Politik und verschiebt den Diskurs mit kräftiger Hilfe der CDU/CSU immer mehr nach rechts.

Dies sind nur einige jüngere Beispiele für die faschistischen Kontinuitäten, die sich durch die Geschichte der BRD ziehen. Wir wollen uns dem erneuten Aufflammen von Nationalismus und Autoritarismus entgegenstellen! Wir werden nicht zulassen, dass sich Rassismus, Faschismus, Antisemitismus und Antifeminismus unwidersprochen öffentlichen Raum nehmen, und sich deren Akteur*innen auf ideologischer und aktionistischer Ebene vernetzen, wie es seit einigen Jahren auf der Frankfurter Buchmesse unter dem Deckmantel sogenannter „Meinungsfreiheit“ passiert.
Antifaschistischer Selbstschutz sowie offensive direkte Aktionen werden tagtäglich wichtiger! Feuerwehrpolitik gegen rechte Aufmärsche ist nötig, kann aber nicht die alleinige Grundlage unseres Handelns darstellen.

Wir rufen dazu auf, die faschistischen Akteur*innen in die Öffentlichkeit zu ziehen, ihnen ihre Rückzugsorte und Vernetzungsmöglichkeiten zu nehmen. Ob bunt und zugänglich oder im Schutze der Dunkelheit, wichtig ist eine kontinuierliche und solidarische antifaschistische Praxis.
Ob auf der Straße, im Café, der Uni oder den Parlamenten – Den Faschist*innen die Faust!
Um diese Arbeit leisten zu können, bedarf es einer stabilen und gründlichen Vernetzung.

Redet miteinander! – bildet Bezugsgruppen!
Werdet selbst aktiv! – in jeder Nachbarschaft gibt es Möglichkeiten, Chancen und Gründe für antifaschistische Praxis.
Achtet auf Ankündigungen! – wir werden in nächster Zeit immer wieder zu Aktionen aufrufen und freuen uns wenn ihr eigene Aktionen durchzieht.

Während unsere Herzen bei den Freund*innen in Rojava sind, welche sich mutig den faschistischen und islamistischen Milizen von Türkei und IS im offenen Kampf entgegenstellen, dürfen wir hier nicht untätig bleiben, wenn die Faschist*innen hier ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten. Der Kampf gegen den Faschismus, kann nur ein gemeinsamer – ein solidarischer – sein.
Lasst uns gemeinsam dem aufkeimenden Faschismus unsere Stirn bieten!

Wir sehen uns auf der Straße!

Antifa United Frankfurt

Entschuldigung, Kommentare zu diesem Artikel sind nicht möglich.